Spam im Dezember 2011 und Januar 2012 auf niedrigstem Niveau seit fünf
Jahren – Trend Driveby-Spam: Trojaner-Infektion durch Öffnen der E-Mail
Im Dezember ging das Spam-Aufkommen um 70,3 Prozent zurück, im Januar stieg es nur leicht um 9,7 Prozent und lag 61,2 Prozent unter dem Wert des gleichen Monats im Vorjahr. Damit setzte sich der Trend einer extrem uneinheitlichen Spam-Entwicklung fort, der das Jahr 2011 prägte. Noch nie seit dem Beginn der Spam-Beobachtung durch eleven im Jahr 2003 wies das Spam-Volumen so viele Schwankungen auf.
Mehrfach fiel und stieg das Spam-Aufkommen um deutlich mehr als 50 Prozent, beispielsweise im Januar 2011 nach einem massiven Einbruch im Vormonat und zuletzt beim Rückgang im Dezember. Wichtigstes Ereignis war die Abschaltung des Rustock-Botnets im März 2011, in deren Folge das Spam-Aufkommen innerhalb weniger Stunden um mehr als 60 Prozent fiel. Auch der Wiederanstieg im August vollzog sich in kürzester Zeit. Zudem stellte sich das Versandmuster von Spam um: Der Casino-Spam, der das zweite Halbjahr dominierte, wurde in kurzen, aber massiven Wellen verbreitet. Kurzzeitig wuchs das Spam-Aufkommen um ein Mehrfaches, nur um danach genauso schnell wieder abzufallen.
Spam-Themen
Werbe-E-Mails für Online-Casinos, die seit Mai 2011 die Spam-Landschaft dominierten, gingen im Dezember und Januar deutlich zurück. Lagen sie im November 2011 noch bei 69,1 Prozent aller Spam-Nachrichten, betrug ihr Anteil im Januar 2012 nur noch 7,5 Prozent. Damit fiel Casino-Spam von Platz 1 auf Platz 4 der wichtigsten Spam-Themen zurück. Stärkstes Spam-Thema war erstmals seit Mai 2011 der langjährige Spitzenreiter Pharma-Spam mit 26,0 Prozent. Damit liegt dieser jedoch noch deutlich unter den Werten vor Abschaltung des Rustock-Botnets: Im gleichen Vorjahreszeitraum lag ihr Anteil noch bei 64 Prozent.
- Spam-Themen der letzten beiden Monate (Dezember 2011/ Januar 2012)
Aufsteiger im Dezember und Januar waren gefälschte Luxusartikel, die mit 23,2 Prozent Platz 2 belegten. Im November waren sie noch bei mageren 1,8 Prozent (Platz 4). Auf dem dritten Platz lag Dating-Spam mit 8,1 Prozent, gefolgt von Online-Casinos und Job-Angeboten (5,5 Prozent). Auch diese erhöhten ihren Anteil deutlich, lagen sie doch im November noch bei 2,3 Prozent.
Spam-Herkunftsländer
Auch auf die geografische Verteilung des Spam-Versands hatte der Einbruch im Dezember spürbaren Einfluss: Während Indien mit 11,7 Prozent seine Spitzenposition behielt, fiel Brasilien von Rang 2 auf Platz 5 zurück.
Im Januar kamen nur noch 5,1 Prozent aller Spam-E-Mails aus dem südamerikanischen Land, im November waren es noch 11,2 Prozent. Verringert hat sich auch der Anteil von Spam aus Vietnam, das von Platz 4 (8,9 Prozent) auf Platz 7 (4,2 Prozent) fiel. Neuer Zweitplatzierter war Indonesien mit 7,9 Prozent, gefolgt von Russland mit (7, 2 Prozent). Dominiert werden die Spam-Top-10 von Asien und Osteuropa: In den Top 10 stehen fünf asiatische vier osteuropäischen Ländern gegenüber. Unterbrochen wird diese Dominanz nur noch von Brasilien.
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